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Rover Freunde Deutschland e.V. 8hp 14_45hp P4 P5 P6 SD1 800

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Kauf und erste Erlebnisse mit einem Rover P4 100
 
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Autor: Frank Schabert, Juli 2004
 
Die Idee
15 Jahre Abonnement der Markt (Zeitschrift für klassische Automobile) und eine rege Phantasie haben Spuren hinterlassen. Eigentlich frankophil veranlagt, waren die ersten Versuche luftgekühlt und aus Wolfsburg. Dann wurde allerdings neben dem Geld auch die Zeit knapp. Es kamen ein paar Jahre im Ausland, neue Jobs, einige Umzüge und die Begegnung mit Barbara. Eine Familie wurde gegründet, ein Haus gekauft und mit dessen Renovierung begonnen (allerdings wohnen wir immer noch zur Miete). Nur ein Satz aus einem Markt Artikel über einen klassischen Bentley läßt mich nicht mehr los: "Dieser Bentley sei kein Auto, sondern ein Familienmitglied das in der Garage lebt". Nur das ein Bentley nicht in Frage kommt, weil eigentlich ein Rolls Royce und als dieser ein wenig zu dick aufgetragen. Ein Cabrio oder ein Coupe wären nicht schlecht, aber mit 2 Kindern... Ein Kleinwagen wäre preiswert, praktisch, technisch überschaubar, aber mit 4 Personen regelmäßig für das Wochenende 200km Autobahn zum Zweitwohnsitz fahren (zu der anderen Baustelle), ich weis ja nicht. Ein Ponton Mercedes käme in Frage, nur sind die Preise ebenfalls recht stattlich. Vor dem Hintergrund und wegen des Unterhaltungswertes habe ich regelmäßig im Ebay Ausschau gehalten. Ein London Taxi? ... Wäre nicht nur stilvoll, sondern auch praktisch. Wegen der Steuer sollte es dann allerdings schon ein Exemplar vor Baujahr 1973 sein.
 
Der Kauf
Im April stand im Ebay ein Rover P4 100, in dove grey over burgundy red, unvergleichlich Britisch aber leider recht marode. Ein klarer Zustand 4, mit der Rolle lackiert, schlechte Passungen und mit vielen weiteren Mängeln, aber zugelassen. Zum Zeitpunkt der Besichtigung war die Auktion eine Woche alt, aber der Preis über dem was er mir wert schien. Der Wagen wurde wegen Spaßbieter ein zweites mal versteigert und ging schließlich für 3.800,- € weg (die diesmal auch bezahlt wurden). Zustand und Preis stimmten nicht, aber der Wagen war's. Spätestens jetzt hätten wir die Experten der Rover Freunde zu rate ziehen sollen. Haben wir nicht, selber schuld. Im Juli kam dann eine weitere Auktion für ein Rover P4 100. Der Ort war nur 200 km von unserem Wochenendwohnsitz entfernt und wir lernten Ron und Monique und deren Hunde kennen.
 
Rover P4 100 von Frank SchabertDer Verkäufer
Ron Ferris ist stolzer Schotte, erinnert an Sean Connery und lebte lange Zeit in Deutschland, bis er mit seiner Frau Monique nach Holland an der Grenze zu Deutschland gezogen ist. Ron ist Erfinder. Er ist der weltberühmte Erfinder des einzigartigen Whiskey Chairs. Man setzt sich in ein Englisches Stilmöbel (Bezug frei wählbar) und braucht nur sein Glas an die Armlehne zu halten, es wird automatisch und über Lichtzellen gesteuert Whiskey eingegossen. Ein Spaß für den der alles hat und sich noch etwas leisten kann. Da das wohl nicht allzu viele sind, verkaufen Ron und Monique auch noch Schottische Textilien an Möbelhäuser in Deutschland und Benelux.
Auf einer seiner häufigen Reisen nach Schottland, stolperte Ron über ein Firmenschild das den Namen eines Schulfreundes führte. Nach mehr als 30 Jahren trafen Sie sich wieder. Michel McKay war finanziell etwas klamm und bot sein Auto, daß er erst vor 2 Jahren vom Erstbesitzer übernommen hatte, seinem Schulfreund an. Ron versprach den Wagen nicht gleich weiterzuverkaufen.
 
Der Wagen
Ron brachte den Rover P4 100, Dove Grey (Hellgrau) mit rotem Leder 1988 nach Deutschland. Er wurde für ein paar Jahre zugelassen, aber nur wenig bewegt. Ca. 10 Jahre stand er - bis auf kurze Ausflüge - in einer Scheune. Zur Probefahrt klebte die Kupplung, aber Lack und Karosserie waren - soweit ohne Bühne zu beurteilen - absolut original, nicht verbastelt, soweit zu sehen rostfrei (bzw. frei von Durchrostungen) und nicht geschweißt. Klar war das Leder verschlissen aber die Chromteile waren vollständig und als solche zu erkennen (besser als bei der ersten Besichtigung). Der Familienrat hat noch auf der Rückfahrt beschlossen, daß dieser Wagen unser Familienmitglied für die Garage sein wird. Die Garage werden wir noch bauen müssen, Zeit für die Familie habe ich schon so viel zu wenig, aber ich habe mit Ron vereinbart, daß der Wagen noch ein paar Wochen bei Ihm stehen bleiben kann, bis ich eine Werkstatt gefunden habe und die Abholung organisiert habe. In der Werkstatt sollte eine Bestandsaufnahme und die wichtigsten Kleinigkeiten zur Anmeldung erledigt werden.
 
Der Zustand
Die Analyse in der Werkstatt ergab, daß die "Kleinigkeiten" recht zahlreich sind und sich zur Zeit zum Doppelten des Kaufpreises addieren, ohne dass der Lack, Chrom oder Leder enthalten wären. Die Konsequenz ist, daß wir die geplanten weiteren Arbeiten an unserem Zweitwohnsitz erst mal zurückgestellt haben und mit der Innenausstattung anfangen, während in der Werkstatt unser Erspartes in Ersatzteile und deren Einbau umgewandelt wird.
 
Die Lederaufbereitung
Der Sattler sagt, daß nur neue Häute helfen. Das Deutsche Ledermuseum in Offenbach bietet eine kostenlose Beratung an, empfiehlt das Leder so zu erhalten wie es ist. Ein professioneller Lederrestaurator sagt, daß die vordere Sitzbank nicht mehr viel mit Leder zu tun hat, sondern - da wo keine Risse sind - von dem eingetrockneten Schweiß - schwarzen Verfärbungen - zusammengehalten wird. Alle haben sicherlich recht, nur was sollen wir machen. Beim Lederzentrum haben wir ein Restaurierungsset bestellt, mit dem wir die eigentlich noch recht gut erhaltene Rücksitzbank als erste renovieren wollen. Die vordere Sitzbank kommt dann später bzw. wird an den schadhaften Stellen erstmal von einem Sattler so original wie möglich bezogen. Bis zum P4 Treffen an Pfingsten in Bad Horb können wir hoffentlich sagen wie's geworden ist.
 
Die Technik
Die Kupplung war nur durch Ausbau zu trennen. Die Bremsen und der Hauptbremszylinder sitzen fest. Durch das lange Stehen (natürlich nie aufgebockt) steht die Überholung der Vorderasche an. Bei den Reifen ist abzuwarten was der Tüv sagt. Der Motor läuft wieder einigermaßen rund, nachdem die Zündreihenfolge korrigiert wurde. Ob alle Zylinder dir volle Kompression haben, wird man erst mit der Zeit sagen können. Der Vergaser und der Antriebsstrang haben sich beim Probebetrieb als undicht erwiesen und werden neu abgedichtet. Der Auspuff hängt in Fetzen. Eine Überraschung waren 2 unsachgemäße Schweißstellen am Rahmen, da wo man es am wenigsten erwartet. Durch das lange Stehen ist der ganze Unterboden vergammelt, voll mit Flugrost und die Wagenheberaufnahmen müssen ersetzt werden. So trocken hat der Wagen wohl doch nicht gestanden. Der Chrom scheint über weite Strecken zu retten zu sein, evt. müssen eine Stoßstange und ein paar Kleinteile zum Verchromen. Radkappen und ein Radio (leider noch kein HMV) haben wir im Ebay erstanden. Viele Gummis sehen recht schlecht aus und wegen des leicht modrigen Geruchs im Innenraum ist anzunehmen, daß irgendwo Feuchtigkeit in den Innenraum eingedrungen ist. Leider hat der Wagen auch keinen Originallack mehr. An verschiedenen Stellen ist zu sehen, daß er vor einigen Jahren in dem gleichen Farbton nachlackiert wurde und wahrscheinlich sind die vorderen Kotflügel mal ersetzt worden sind. Eine Neulackierung ist damit einzuplanen, aber erst muß die Technik stimmen.
 
Das vorläufige Fazit
Für ein Fazit ist es noch ein wenig früh. Die Arbeiten sind im Gange und Überraschungen können noch kommen aber wir werden unser Familienmitglied bereits bei uns aufgenommen. Im Familienkombi wurde die vordere Sitzbank 3 Wochen lang spazieren gefahren, um sie bei den verschiedenen Experten in Sachen Lederbearbeitung vorführen zu können, wo sie jetzt bearbeitet wird. Die Rücksitzbank bereichert das Kinderzimmer unseres Jüngsten. Ein Glück ist, daß der unangenehme Modergeruch durch den Einsatz einer ganzen Flasche Febreeze fast vollständig weggegangen ist. Weitere Ersatzteile und eine wachsende Anzahl von P4 - Modellen und -Literatur bereichern die Wohnung - meist dort wo am wenigsten erwartet - und irgendwie wird England zunehmend interessanter als Reiseziel für den nächsten Familienurlaub. Mindestens einmal die Woche fahren wir bei unserem Baby in der Werkstatt vorbei und schauen wie es ihm geht. Die Jungs von der Werkstatt wundern sich zwar ein wenig, aber was soll's. Wahrscheinlich spreche ich schon im Schlaf mit ihm. Ich hoffe Barbara wird mich wecken wenn das passiert.
 
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